Der Regio-Spezial Prolog 03|2022

 

Fair in der Krise

 

Als am 24.02.2022 die Russische Föderation ihren Angriffskrieg gegen den souveränen Nachbarn Ukraine begann, war dies der Beginn einer weiteren Krise mit weltweiten Folgen. Abgesehen von den grausamen Folgen für das überfallene Land, verschärft dieser Krieg die angespannte Situation für die Märkte der Welt im Allgemeinen und für die Transport-Ketten im Besonderen.

 

 

 

 

 

Produktion und Logistik müssen von Grund auf neu gedacht werden. Sonst drohen die Versorgungsengpässe nicht nur wegen wegfallender Produktionsstätten, sondern schlicht wegen nicht funktionierender Transportwege. Die festgefahrene „Ever Forward“ ist nach der havarierten „Ever Given“ ein deutliches Zeichen dafür, dass die Megafrachter in Bezug auf Transportsicherheit und Risikoverteilung deutliche Nachteile mit sich bringen. Die schiere Menge, die solche Frachter mit sich führen, stellt auch die Seehäfen vor immer größere Probleme.

Die Häfen und Terminals an Oberrhein und Neckar können ein Lied davon singen:

Die Zeitfenster, die die Seehäfen - getrieben von den großen See-Reedereien - vorgeben, sind für die zuständigen Disponenten kaum planbar.

Logistiker sind findige Menschen: Zusätzliche Bahnlinien unterstützen immer mehr die Transporte auf dem Wasser. Der Dreisprung Massengut auf das Wasser, Einzelwagen-Verkehre stärken, um damit Lkw Verkehre auf die Schiene zu bringen wird zur Nagelprobe für die deutsche und die europäische Logistik werden. Die Zaubermixtur für die Zukunft ist: Kooperation und europaweit gleiche Bedingungen für die Transportdienstleister.

Martin Heying (SUT-Chefredakteur)